Allgemein, Fotografenleben, Gedanken

2017 – Rückblick und Ausschau und das Tanzen

2017 – was für ein Jahr! Bis zum letzten Tag kehrt keine Ruhe ein. Wir kommen gerade heim, die Koffer werden nur noch umgepackt, bevor es in einer Stunde wieder weiter geht. Und während meine Frau im Hintergrund noch schnell selbstgemachtes Eis für die anstehende Silvesterparty zubereitet, singt Chakuza von der „Tanzmarie“. Und ja, 2017 war tanzend – hin und her und schneller den Takt wechselnd als es mir manchmal lieb war. Wenn der DJ die meiste Zeit jedoch Lieder spielt, bei denen selbst ein völlig begabungsfreier Tänzer wie ich das Gleichgewicht halten kann und der Steuerberater die Tage mit den Worten „fantstische Entwicklung“ um die Ecke kommt, dann kann es nicht schlecht gelaufen sein ;-).

Im Ernst, 2017 was warst du gut zu mir, hast mir Grenzen aufgezeigt und ebenso Türen und Tore geöffnet. Zeit, allen mal ein dickes DANKE zu sagen, die mich dabei begleitet haben, meine Bilder anschauen, für die Kritiken, die Zusammenarbeit und an die, die mich unterstützt haben. Ein kurzer Rückblick auf ein Jahr voller schöner Momente und Highlights meines letzten Jahres.

Der Start in 2017 hätte nicht besser verlaufen können. Mit unserer insgesamt fast 4-wöchigen Reise bis Mitte Januar holten wir unsere Hochzeitsreise nach. Und auch wenn ich schon mehrere Male in Asien im Urlaub war, weiß ich jetzt, was der Unterschied zwischen Urlaub und Reise ist. Wir haben im hohen Norden die Grenze zu China überschritten, Kriegsgebiete durchreist und sind bis ins südlichste Mekong-Delta gelangt, haben viel gesehen, erlebt und erfahren. Nur eines nicht. Vietnamesen, die unglücklich sind. Dabei hinterfrägt man sich zwangsläufig, warum Menschen, die deutlich weniger als wir besitzen, jedoch stets um soviel glücklicher zu sein scheinen? Ein Gedanke, der mich seitdem begleitet und mir das Wort Demut täglich näher bringt.

Im Februar durfte ich für das HR Performance Institut Corporate Bilder erstellen. Und durch den starken Netzwerkpartner RaumW in Kirchzarten fanden wir eine Location, die der Bildsprache den verdienten Rahmen gab.

Im März ging es endlich mal zu meinem Fotobuddy Thomas Böttcher nach Bonn inklusive Shootings mit Melina und Nora. Und ja, ein Wochenend-Trip nach Bonn kann sich sehr wohl lohnen. Wir mieteten eine geile Location in Alfter, hatten einen haufen Spaß beim Shooten und nebenbei konnte ich bei jemandem, der wie kaum ein anderer die analoge Fotografie so sehr kreativ einsetzt wie Thomas, sehr viel lernen. Danke dir, Thomas für das lehrreiche Wochenende.

Im April erhielt ich die Anfrage, für eine internationale Firma mit Sitz in Freiburg eine Reihe Luftbilder anzufertigen. 1,2,3 Drohne los. Heraus kamen tolle Aufnahmen, die es später auch in die Räumlichkeiten des Büros geschafft haben. Ich berichtete bereits hier davon.

Mitte Mai wurde ein Projekt fertig gestellt, das mich seit Anfang des Jahres begleitete. Ich durfte für das Touristikunternehmen Inter Chalet weit über hundert Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder fotografieren. Ein Projekt, das ich in dieser Größenordnung so nicht jeden Monat habe und das dank dem tollen Marketing-Team hervorragend funktionierte. Und was gibt es Schöneres als wöchentlich über den Dächern von Freiburg Portraits von glücklichen Menschen machen zu dürfen ;-).

Die Business-Fotografie wurde dieses Jahr immer mehr und damit auch mehr fotografische Konzepte anstatt nur „einfache Portraits bei uns im Büro“, wie ich es teilweise in ersten Gesprächen von Kunden zu hören bekomme. Zusammen mit der Designerin Karin Gutmann durfte ich im Juni Corporate Portraits für die Dolmetscher von Binder & Christensen anfertigen. Und welche Location eignet sich für international tätige Dolmetscher, deren Kunden Europäische Institutionen und internationale Organisationen sind, besser als das Konzerthaus in Freiburg. Ehrlich gesagt wusste ich nicht, dass man als einfacher Fotograf das Konzerthaus mieten kann – aber man kann. Dann weiß ich ja nun schon, wo ich meinen nächsten runden Geburtstag feiere ;-).

Im Juli ging es unter anderem ins Schloss Ebnet für Bilder des Anwesens. Zusammen mit FlowID wurde ein Konzept erstellt, das das Schloss voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs komplett in frischem Gewand erscheinen lässt. Schon vorher wurde mir gesagt, dass ich mich sehr wahrscheinlich auf dem Anwesen halb tot fotografieren werde. Jetzt weiß ich – man kann! Kein Wunder, bei den zauberhaften Eindrücken fühlt man sich permanent in einer Zeitreise.

August und die Saison als Hochzeitsfotograf hat mich schon quer durch Deutschland gebracht und ich habe schon zwei Handvoll Hochzeiten hinter mir. Zum ersten Mal geht es jedoch an den Bodensee – in meine Heimat. Und was soll ich sagen – ich habe es in vollen Zügen genossen. In Langenargen und Tettnang sind stimmungsvolle Bilder entstanden, an die ich mich sehr gerne erinnere.

Als ich Anfang des Jahres einen Workshop bei Andreas Jorns buchte, konnte ich mir nicht ansatzweise vorstellen, wie sehr ich die „Auszeit“ über das September-Wochenende in Düsseldorf genießen würde. Neue Impulse, die weit über die reine Fotografie hinaus gingen und mich wieder einmal in die Auseinandersetzung mit mir selbst zwangen und für was ich als Fotgraf stehen möchte. Wie ich an Konzepte herangehe und Geschichten erzählen möchte. Danke Andreas für die „Hirnspülung“.

Oktober. Die Hochzeitssaison neigt sich dem Ende zu und ich habe meine bis dahin letzte Hochzeit vor mir. Okay, ich konnte ja nicht ahnen, dass ich am 21. Dezember noch einmal im Einsatz bin ;-).
Jedenfalls ging es bei der 13-Sunden Hochzeitsreportage quer durch Freiburg und es passte alles. Das Paar war ein Traum, das Wetter kann Ende Oktober nicht besser sein und zu einem Hochzeitstag beginnend im Design Hotel in Herdern mit Feier im Greifenegg Schlössle muss ich glaube ich nichts mehr sagen. Danke Isabell Grabbe für deine super Orga und tolle Unterstützung!

November. Fragst du 10 Personen, welcher Monat die wenigste Attraktivität besitzt, ich glaube 10 Mal hörst du November. Na dann, geh doch einfach dorthin, wo der November dir entgegenlächelt und es warm ist. Gesagt getan und ich genieße die ersten freien Tage mit dem allerliebsten Menschen am traumhaften Lago Maggiore. Seit zwanzig Jahren war ich nicht mehr dort und es wird garantiert keine zwanzig mehr dauern, bis wir das nächste Mal dort ein paar Tage relaxen und literweise Cappuccino in uns hineinschütten und Pasta und Pizza bei herrlichen 16 Grad im November genießen.

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. So, oder so ähnlich war es zumindest dieses Jahr, denn ich durfte im Dezember ins schöne Österreich an den Wilden Kaiser um traumhafte Aufnahmen des Hotels Kaiserlodge für den italienischen Premium-Leuchtenhersteller Linea Lights anzufertigen. Viel unterwegs auf der Straße, aber die Eindrücke zeigen einem am Ende, dass kein Weg zu weit ist für schöne Aufnahmen.

Und nun? 2018? Das Resumee?
Ich bin mir nicht sicher… am Ende sitze ich erschöpft da und richte den Blick geradeaus und bin einfach nur glücklich. Das gilt zumindest für mein 2017. Ich glaube kein Jahr hat mich so geprägt und mein kleines Hirn so durchgespült wie 2017. Oder um es mit der Tanzmarie zu halten: Noch zweimal schlafen dann wird wieder getanzt. Dann geht´s schon wieder nach Hamburg. Ich bin gespannt, was dort gespielt wird… aber der Soundtrack passt bestimmt perfekt auf mein 2018!

Danke euch allen für euer Vertrauen, die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit!