Fotografenleben, Gedanken

1 Jahr Twitter oder „Happy Twitterversary!“ – was bringt´s?

Vor wenigen Tagen bekam ich nachts um 3:50 Uhr eine Mail mit der Überschrift: „Du bist soeben 1 geworden“. „Wow“, dachte ich, wo ich mich doch gar nicht mehr so jung fühle 🙂 Spaß beiseite, es ging um die einjährige Mitgliedschaft meines Twitteraccounts, die auf Empfehlung von Twitter auch gleich mit dem Hashtag „#Twitterversary“ kundgegeben werden sollte. Ich selbst würde mich ja generell als „Social Media Muffel“ bezeichnen und habe es natürlich seither nicht hinbekommen den Tweet zu posten. Ok, Muffel ist vielleicht ein wenig zu streng ausgedrückt, jedoch liegt die Mail von Twitter seit genau 14 Tagen in meinem Posteingang und staubt vor sich hin. Der einzige Grund, warum ich die Mail noch nicht gelöscht habe, ist der, dass ich den Post eigentlich die ganze Zeit posten wollte, mir jedoch sehr wohl bewusst ist, dass es einen Tag später schon nichts mehr zu posten gibt. Zumindest nicht unter „Twitterversary“. Doch lässt mich ein Gedanke seitdem nicht mehr los: „Was bringt mir Twitter, Facebook, Instagram & Co, wenn ich es regelmäßig versäume, aktuelle Dinge sofort zu posten?“ Und warum ist das eigentlich so?

Das Warum konnte ich die letzten zwei Wochen sehr schön „beobachten“ und es lässt sich in einem einzigen Satz erklären. „Genieße den Moment“! Ich ertappe mich wirklich regelmäßig, wie ich tolle Menschen treffe, fotografische Erungenschaften in den Händen halte – von den ganzen Bildern die ich so mache mal ganz abgesehen. Und was mache ich? Ich sauge alles auf anstatt es direkt zu bearbeiten, Galerien zu erstellen, es hochzuladen, zu kommentieren und zu liken. Was zum Teil natürlich auch an dem jeweils damit verbundenen Zeitaufwand liegt. Aber ist das schlimm? Mit Sicherheit nicht, zumindest was das ernsthafte Auseinandersetzen mit dem täglichen Tun und den ganzen Dingen die uns täglich umgeben angeht. Da könnte sich manch einer mit Sicherheit eine Scheibe abschneiden, gerade wenn es darum geht, immer und überall zu posten was man den lieben langen Tag in Form von Speisen so zu sich nimmt. Aber zurück zum Thema. Denn was den Teil der Aufmerkamkeit und der Außendarstellung angeht, gibt es hier sicherlich noch Nachholbedarf. Soviel steht fest.

Und was bringt mir persönlich Twitter nun? Naja, im Gunde eine Frage die jeder für sich selbst beantworten muss. Nach einem Jahr folge ich 47 Personen, habe selbst 12 Follower (von nichts kommt nichts 🙁 und gehöre mit 178 Tweets wie bereits gesagt nicht zu den Menschen, die ihre Kommunikation zum größten Teil über Twitter abwickeln. Allerdings habe ich gerade diese Woche wieder den unschätzbaren Vorteil von Twitter festgestellt. Die Community. Hatte ich doch eine Frage zu einer meiner Kameras und einem Zubehörteil. Ich würde hier niemals über Facebook zu einer Umfrage oder ähnlichem zurückgreifen, da ich die breite Masse der Leute nicht gerade als mitteilungsbedürftig bezeichnen würde, wenn es um Informations- und Wissensaustausch geht. Auf Twitter hingegen schreibst du jemanden gezielt an, es bekommen zig andere mit (die der Person folgen) und schon hast Du auf einen Schlag ein dutzend Empfehlungen mit denen Du auch etwas anfangen kannst. Schneller und effektiver geht´s nicht. Und das ist nur eine meiner positiver Erfahrungen nach einem Jahr. Ich bin gespannt wie sich das Ganze weiter entwickelt.